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Weinbau in Esslingen im Wandel der Zeit – Themenführung in Esslingen

Mai 26, 2009 · redaktion · 1 Kommentar

Im Jahre 777 wurde Esslingen zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Abt Fulrad vom Kloster St. Denis bei Paris vermachte in seinem Testament eine ,,Cella“ bei ,,Hetselinga“, wie Esslingen zu dieser Zeit genannt wurde, an sein Stammkloster. Von wem die Rebe nach Esslingen am Neckar gebracht wurde, ob aus dem benachbarten Heilbronn, von den Römern oder anderen, ist geschichtlich ungewiss und konnte deshalb auch von Martha, unserer historischen Weinführerin auf dieser Tour durch die Altstadt Esslingens, nicht geklärt werden.

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Die Tour führte vom Marktplatz zur Frauenkirche, über die Alte Kelter in der Unteren Beutau hinüber zur Mittleren Beutau, Webergasse, Strohgasse und zur Heugasse, wo ehemals am Platz des Hauses 19 das Zunfthaus der Weinbauern stand.

Der Weinbau wurde erstmals im Jahre 778 und 784 im Zusammenhang mit dem Benediktinerkloster erwähnt. Im 8. und 9. Jahrhundert sollen große Mengen Wein von der Cella des Abtes Fulrad über das elsässische Leberau nach Saint-Denis geliefert worden sein. Daraus schließt man, dass die Benediktinermönche den Weinbau in Esslingen etablierten.


Aus diesem Grund ist Esslingen einer der ältesten Weinorte Württembergs. Die Siedlung gewann rasch an Bedeutung, da sie am mittelalterlichen Haupthandelsweg Flandern – ­Italien lag und dieser bei Esslingen den Neckar überquerte. Das Marktrecht wurde im Jahr 800 durch Kaiser Karl den Großen an Esslingen als einer der ersten deutschen Siedlungen verliehen. Esslingen wurde vermutlich 1228 durch König Heinrich VII. wegen seiner strategisch günstigen und bedeutenden Verkehrslage zur Stadt erhoben.

In dieser Zeit wurde auch damit begonnen, die Neckarhänge zu terrassieren, um mehr Rebfläche (RF) zu erhalten, da inzwischen der Esslinger Weinhandel florierte. Der Esslinger Wein wurde in ganz Süddeutschland, sogar in Salzburg und Wien, getrunken. Der Bekanntheitsgrad des Esslinger Weins zeigte sich auch darin, dass nicht nur in der Grafschaft Wirtemberg, sondern beispielsweise auch im gesamten Bayern der Wein in der Maßeinheit ,,Esslinger Eimer“ (entspricht 293,9 Liter) gemessen wurde. Im Mittelalter war die Rebfläche in Esslingen etwa 5x so gross wie heute.
Bis ins späte Mittelalter waren praktisch ausschließlich Klöster, Adelige und Esslinger Patrizier im Besitz von Rebland. Dies zeigt sich während der Führung beeindruckend im Wechsel der Bausubstanz der Altstadt Esslingens, kleinen Wengerter Häusern in der Beutau, bis hin zu den beeindruckenden Patrizierhäusern in der Webergasse. Hier lagerten immerhin 225 Eimer Wein.

Die Wengerter mussten teilweise in Naturalien an die Besitzer Pacht bezahlen. Erst mit Beginn der frühen Neuzeit wurden die Weingärtner allmählich auch Eigentümer der von ihnen erwirtschafteten Weinberge. Der Handel mit Wein, vor allem im Austausch gegen das lebenswichtige und kostbare Salz über Ulm, bildete weiterhin, noch bis zum Beginn der Industrialisierung, die wichtigste Grundlage der städtischen Wirtschaft, auf welcher die Stadt ihren Reichtum aufbaute. Als seit dem ausgehendem Mittelalter immer mehr Weinbergparzellen von den reichen Patriziern und den Klöstern bzw. Pfleghöfen an die Weingärtner selbst übergingen, entstand im Zusammenhang mit dem Verfahren der Realteilung eine starke Zersplitterung der Rebfläche, die noch heute die nicht bereinigten Steillagen prägt.

Weinbau war also für die Wengerter in der Stadt ein hartes Geschäft, geprägt von Missernten und Ernteausfällen in harten Wintern, und einem kargen Winzerlohn. Deshalb wurden über Straußenwirtschaften die Einkommen etwas aufgebessert.

Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts lebte die Stadt überwiegend vom Weinbau und Weinhandel. Weingärtner, Händler, Wirte, Fuhrleute, städtische und herrschaftliche Diener und Beamte lebten als Erzeuger, Verkäufer und Kontrolleure unmittelbar vom Wein. Bis ins vorige Jahrhundert hinein waren Naturalsteuern und Naturalbesoldung, Zinseinkünfte und Renten in Form von Wein die Regel.

Der Wandel von der über tausend Jahre alten Weinstadt zur Industriestadt vollzog sich innerhalb dreier Jahrzehnte. Im Jahr 1802 wurde die ehemals freie Reichsstadt Esslingen an Württemberg angeschlossen und im Zuge der napoleonischen Neugliederung zu einer württembergischen Landstadt. Das bis dahin von frühindustriellen Ansiedlungen gänzlich freie Esslingen erlebte in den folgenden Jahren einen enormen Wandel. Bereits 1830 war es die am meisten industrialisierte Stadt Württembergs mit Textil-, Leder und Nahrungsmittelindustrie sowie Maschinen- und Werkzeugbaufirmen. Dadurch ging die wirtschaftliche Bedeutung des Weinbaus immer weiter zurück.

Eine kurzweilige, interessante Führung die aber einen deutlich grösseren Reiz hätte, wenn manches Kellergewölbe oder Patrizier Haus, die Kelter oder etwa der Beutau Besen aufgeschlossen wäre und man sich nicht nur die Nase am Fenster platt drücken müsste oder die Fassaden bestaunen kann. Einmal ganz davon abgesehen, dass man hier ein schöne Chance vertan hat, den Esslinger Wein auch einmal zu probieren und eventuell neue Freunde für den Esslinger Wein unter den Teilnehmern der Führung zu gewinnen. Hier sollten die Weingärtner Esslingen, die Weingüter Kusterer oder Bayer und Esslingen Tourist einfach noch enger zusammenarbeiten, dann kann das noch spannender werden.

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Esslingen Tourist

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© Bilder – Esslingen Aktiv

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