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Mit Ritter Rabenfels auf den Spuren des Mittelalters in Esslingen

Juli 2, 2009 · redaktion · 1 Kommentar

Esslingen Aktiv | Mittelalterliches Esslingen | Richard von Rabenfels

Sehenswerte Überreste der Esslinger Verteidigungsanlagen belegen, dass es in Esslingen nicht immer friedlich zuging. Markante Esslinger Bauwerke wie Tore, Türme und Mauern waren wesentliche Elemente der Stadtverteidigung, hauptsächlich im Ringen um die Vormacht mit den Württembergern, die ja einmal im Jahre 1312 unterworfen wurden.

Mit Blick auf Esslingen heute, stellt man sehr schnell fest, dass eigentlich nur noch sehr wenige Teile der alten mittelalterlichen Stadtbesfestigung in Esslingen zu sehen sind. Befestigungsanlagen also aus dem Zeitraum zwischen dem 5. Jh. und 15. Jh. Im Blick von der Burg ragen neben den monumentalen Kirchen gerade mal der Pliensauturm, das Wolfstor und das Schelztor aus der neuzeitlichen Stadtsilhouette heraus.
Ja nicht einmal die Burg selber, weit sichtbares Kennzeichen der Stadt Esslingen, stammt in ihrer heutigen Form und Struktur aus dem Mittelalter.

Esslingen erfordert alo den genaueren Blick. Will man sich auf die Spuren der mittelalterlichen Vergangenheit in Esslingen machen, bedarf es sachkundiger Führung und man kann dann tatsächlich die wenigen Überreste mittelalterlicher Befestigungsanlagen in Esslingen begehen und direkt in der historischen Altstadt finden.

Mit Ritter von Rabenfels, einem ritterlichen Torwächter des Mittelalters, wird man bei der neuen Erlebnisführung der EST deshalb sehr eindrucksvoll in die Zeit zurückversetzt. Schwer bewaffnet mit Kettenhaube und Schwert führt Ritter von Rabenfels also historisch gewandet, in einem weiten Bogen, vom Marktplatz zur Inneren Brücke, hinauf zur Burg und über die Burgsteige wieder zum Marktplatz hinunter. Nicht nur über 100 Stufen am Schelztor Turm zeigen eindrücklich die mittelalterlichen Mühen, sondern auch der steile Aufstieg über die Landolinsgasse hinauf zur Burg, macht den Teilnehmern der Führung das mittelalterliche Umfeld der Kernstadt Esslingens sehr deutlich.

Ritter von Rabenfels, führt fachkundig zu den historischen Toren und Türmen Esslingens und zeigt den Teilnehmern der Führung deren wichtige Bedeutung für die Esslinger Geschichte.

Die Stadt stand ja lange Zeit unter dem Einfluss der Staufer, deren Rolle für die Entwicklung der Stadt sehr wichtig war. 1181 weilte Friedrich I. Barbarossa in Esslingen und im Jahr 1219 wurde Esslingen von Kaiser Friedrich II. zur Stadt erhoben und mit Mauern geschützt.
Esslingen bekam also um 1220 eine Befestigungsanlage, die zunächst das Stadtgebiet mit dem Markt umschloss. Eine erste urkundliche Erwähnung der Stadtmauer stammt aus dem Jahr 1241.

Der auf dem Schönenberg erbaute Stützpunkt wurde von Rudolf von Habsburg von 1286-87 durch zwei Schenkelmauern mit der Stadtummauerung verbunden. Die dritte Schenkelmauer wurde im 14. Jahrhundert errichtet. Der weitere Ausbau der Stadtbefestigung zu heutigen „Burg Esslingen“ erfolgte später.

Das 13. Jahrhundert stellte also Esslingens erste Gründerzeit dar. Die Nähe zu Spirituellem und Materiellem kann man auch heute noch an zahlreichen Pfleghöfen in der Stadt erkennen. Einst lagerten in diesen Pfleghöfen die landwirtschaftlichen Erzeugnisse, die die Klöster in Esslingen auf den Markt bringen wollten. Die Pfleghöfe waren aber vor allem Verwaltungszentren des klösterlichen Besitzes in Esslingen, denn mehr als 20 auswärtige Klöster hatten sich im hochmittelalterlichen Esslingen Besitz angeschafft oder war durch Schenkungen zu Besitz gekommen. Natürlich war man auch am köstlichen Esslinger Wein interessiert, denn Rebensaft war zu der Zeit das wichtigste Produkt der Esslinger.

Als die Gegensätze zu Württemberg immer größer wurden, hat man das Neckartal durch neuere Mauern ab 1281 um die Pliensauvorstadt komplett abgeriegelt.

Wer damals nach Esslingen kam, musste den naturgegebenen Verkehrswegen unten am Neckar folgen. Zwischen Speyer und Ulm die einzige Möglichkeit, den Neckar an einer Furt zu überqueren.
Später durch die mittelalterliche Pliensaubrücke bebaut, führte die Pliensaubrücke die alte Reichsstrasse von Speyer nach Augsburg. Der gesamte Brückenkomplex stellt ein imposantes Zeugnis mittelalterlicher Baukunst dar und war Teil eines wesentlich umfassenderen Entwurfs einer Verteidigungs- oder Stadtanlage. Die Brücke wurde wohl zwischen 1286 und 1294 erbaut.

Die Pliensaubrücke durchquerte auch als Achse die zwischen den Flussarmen des Neckars entstandene Vorstadt bis hin zur Inneren Brücke und der Kernstadt und war durch mehrere Türme gesichert. Auch auf der Inneren Brücke befanden sich zahlreiche Tortürme, wie alte Ansichten Esslingens belegen.

Esslingen Aktiv | Ansicht Esslingen 1643 | Mittelalterliches Esslingen

Um 1330 wurde die Obertorvorstadt in die Befestigung mit einbezogen. Mit 28 Toren und etwa 50 Türmen galt Esslingen als uneinnehmbar.

Um 1460 wurden vor der inneren Befestigung Vorwerke und Zwinger errichtet, um gegen die immer besseren Waffen geschützt zu sein. Für den Einsatz von Geschützen wurden Türme gebaut.

In den Jahren von 1519 bis 1531 wurden die Wehranlagen zum letzten Mal ausgebaut. Als sie nach kurzer Zeit veraltet waren, ließ man sie stehen, da sie dennoch einen gewissen Schutz vor Überfällen boten und ein Symbol für die Unabhängigkeit der Reichsstadt waren. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde die innere Stadtmauer abgetragen. Nach 1850 wurden auch bis auf wenige Reste die äußere Mauer und die Türme abgerissen. Den Rest besorgte die Neuzeit.

Esslingen Aktiv | Richard von Rabenfels | Mittalalterliches Esslingen

Genau diesen Spuren folgt Ritter von Rabenfels beeindruckend, zwar nicht bis hinunter zum Neckar, aber immerhin über den Schelztorturm bis zur Inneren Brücke und zurück durch die verwinkelte Altstadt hinauf zur Burg. Nachts war die Kernstadt Esslingens geschlossen. Zur Sicherung wurden an Kreuzungen Ketten gespannt und die verwinkelten Altstadt-Gassen sorgten schon durch ihre Winkel und Erker für Sicherheit gegen gefährliche Bogenschützen, erzählte Ritter von Rabenfels. Wie es in den mittelalterlichen Gassen „gestunken“ hat, erzählt er lieber nicht. Stadttore und Türme gebaut zur Absicherung der Stadtmauer besetzt mit Turmwächtern und Bogenschützen, die bis zu 500m weit tötlich trafen. Die Türme oft in Schalenbauweise an die Stadtmauer gestellt, damit die Wächter tote Winkel und mögliche Angreifer an der Stadtmauer besser erkennen konnten. Dies erkennt man sehr schön am Schelztorturm, den man während der Führung auch besteigen kann.

Diese Führung hat richtig „schweisstreibend“, viel Spass gemacht. Wir werden sicher gerne weiteren Erkundungen und Führungen im mittelalterlichen Esslingen folgen, denn da gibt es ja noch einiges zu entdecken.

© Bildmaterial – Esslingen Aktiv

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