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„Manfred Kuttner – Werkschau“ – Esslingen Villa Merkel

Mai 6, 2013 · redaktion · Kein Kommentar

Die Ausstellung „Manfred Kuttner – Werkschau“ ist eine Wiederentdeckung. Sie schlägt die Brücke zu
überaus produktiven und an bedeutenden Aufbrüchen reichen Zeiten der frühen 1960er Jahre. Erstmals
wird das an Zahl zwar übersichtliche, doch bis heute brandaktuelle Werk von Manfred Kuttner (Greiz
1937–2007 Erkrath) in einer Übersichtsausstellung in aller Breite präsentiert.

„Warum fluoreszierende Leuchtfarbe? Zufall. Faszination. Weil sie so intensiv ist. Fluoreszierende
Leuchtfarbe neben normalem Rot (Signalrot RAL 300) – dann empfindet man dieses als schmutziges
Braun. Dresdner Ölschinken haben mich abgestoßen…“ Mit diesen Worten beginnt Manfred Kuttners
Bekenntnis zu seinem Werk aus den frühen 1960er Jahren. Im Frühjahr 1963 organisiert er zusammen mit
seinen Kommilitonen Konrad Lueg, Sigmar Polke und Gerhard Richter die legendäre „Demonstrative
Ausstellung“ in der Düsseldorfer Kaiserstaße 31 A, wo vier seiner mit Leuchtfarben gemalten, geometrisch
flirrenden Bilder und ein grell magentafarben bemalter Stuhl im Schaufenster des ehemaligen
Metzgereiladenlokals zu sehen sind. Dort wird die so genannte Deutsche Pop Art begründet und der aus
heutiger Sicht mythenumwobene Begriff „Kapitalistischer Realismus“ erstmals genannt.

Im Unterschied zu seinen Kollegen setzt Manfred Kuttner weniger auf das figurative und gegenständliche
Arbeiten mit Motiven der Populärkultur, sondern auf die Methode, mittels der Malerei selbst einen
Wirklichkeitsbezug zu schaffen. Dieser besteht in der unmittelbaren Wirkung der Farbe auf die Betrachter.
Meine „Problematik ist die der Automobilität des malerischen Gefüges und die maximale Energieabgabe
der Farbe“, heißt es in einem unveröffentlichten Text.

Ende 1962 entdeckt Manfred Kuttner die frisch auf den Markt gekommenen, fluoreszierenden Plaka-
Leuchtfarben. In der Folge entstehen über einen Zeitraum von 18 Monaten rund 30 geometrisch
strukturierte Leuchtfarbenbilder und 15 mit Leuchtfarben bemalte Gebrauchsgegenstände wie eine
Schreibmaschine, ein Fahrradsattel oder ein Spielautomat. Hinzu kommen eine Fotoserie mit
Körperbemalungen, eine Vielzahl an Zeichnungen und der Film „A-Z“, eine flackernde und furiose Tour
durch das Düsseldorf der 1960er Jahre, reflektiert die Eindrücke der prosperierenden Nachkriegsmetropole
auf Schwindel erregende Weise.. Alle diese Arbeiten sind Teil der Werkschau. 1964 beendet Manfred
Kuttner seine künstlerische Karriere, bevor sie richtig begonnen hatte. Er wechselt als Werbegrafiker in die
Welt des real existierenden Kapitalismus.

Die Werke Manfred Kuttners lassen sich nicht in Schubladen pressen und weder eindeutig in das formale
Lager (Op, Zero, Minimal) noch in das figurative Lager (Pop, Nouveau Réalisme) einordnen. Das zeichnet
Manfred Kuttners Arbeiten aus und lässt sie auf unsere an digitale Bilderflut gewöhnten Betrachteraugen
erstaunlich gegenwärtig wirken.

Erst seit wenigen Jahren erfährt Manfred Kuttners Werk erneut Aufmerksamkeit. In den Jahren 2005,
2008 und 2010 zeigt die Galerie Johann König, Berlin, in Einzelausstellungen Werke des lange
übersehenen Künstlers. Eine Gruppenausstellung gemeinsam mit Thomas Scheibitz und Anselm Reyle an
der Tate Modern (2007) und eine Einzelausstellung bei westlondonprojects (2008) in London sind ebenfalls
zu erwähnen. Mit „Manfred Kuttner – Werkschau“ in der Esslinger Villa Merkel und an der Langen
Foundation in Neuss wird das Werk des Künstlers erstmals in seinem gesamten Umfang vorgestellt. Diese
Retrospektive richtet den Blick nicht nur zurück: als Wiederentdeckung eines zwar schlanken, doch
überraschend aktuellen Werkes eröffnet sie zugleich Perspektiven.

Zum Ende der Ausstellung erscheint im Verlag der Buchhandlung Walther König eine umfangreiche
Publikation mit Texten von Christine Mehring, Birgit Hein, Thomas Scheibitz, Franz Erhard Walther, einer
Einführung von Andreas Baur, Marcus Weber und Christiane Schneider sowie einer ausführlichen
Chronologie, bearbeitet von Marcus Weber und Sabine Sense.

Die Ausstellung reist im Anschluss an die Langen Foundation nach Neuss.
Kuratoren: Andreas Baur, Marcus Weber, Christiane Schneider

Villa Merkel
Galerien der Stadt Esslingen am Neckar
28. April – 30. Juni 2013

Manfred Kuttner – Werkschau

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